Tiroler Brotgeschichte

 

Anfeuern mit Geraeten2 150x150Die Tiroler Brotgeschichte umfasst einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren und wird bestimmt und geprägt von klimatischen, sozialen, ländlichen und regionalen Merkmalen. Der alpine Raum und die berühmte Wetterscheide, die das südliche und nördliche Tirol trennt, sind dabei bestimmende Faktoren. Dabei kann nicht oft genug erwähnt werden, dass im Laufe der Geschichte vor allem der ländliche Bereich sowohl südlich und als auch nördlich des Brenners nicht als Brotregion, sondern als klassische Breiregion zu bezeichnen ist. Brei und Mus bestimmten bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts den täglichen Speiseplan. Der bekannte Volkskundler Hermann Wopfner konnte allerdings im Jahre 1939 in seiner wissenschaftlichen Betrachtung über „Das Brot der Tiroler Bergbauern“ feststellen, dass das Brot in der Zwischenzeit zu einem selbstverständlichen und wesentlichen Teil der Nahrung im ländlich bäuerlichen Bereich der Bevölkerung geworden ist. Dabei darf nicht vergessen werden, dass nach den schlimmen Hungerjahren während des Ersten Weltkrieges und viele Jahre in der Zwischenkriegszeit, die Menschen schon ein Übermaß an Zufriedenheit an den Tag legten, wenn für die Bereitstellung der Grundbedürfnisse ausreichend gesorgt werden konnte. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts besserte sich die allgemeine Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Bereich.im zunehmenden Maße.

 

Backtrog mit Teig1 150x150Nur bestimmte Festtage und Festkreise durchbrachen den eintönigen und tristen Alltag der bäuerlichen Bevölkerung. Und hier war es vor allem der Weihnachts-und Osterfestkreis, aber auch Erntedank, Allerheiligen/Allerseelen, Geburten, Hochzeiten und Beerdigungen, die sich durch besondere Speisen gegenüber dem Alltag abheben sollten. Besondere Brote (Gebildbrote) und die Verwendung von Weizenmehl, Zucker bzw. teure Zutaten (Gewürze, Trockenfrüchte) sind typische Merkmale vom Festtagsbrot bzw. –gebäck. Ansonsten dominierten Roggen, Hafer, Gerste und Buchweizen bei der Zubereitung von Brot und Mus.


 

 

 

Brot im Ofen 150x150Aufgrund seiner genügsamen Ansprüche an Boden und Klima, aber vor allem wegen seiner guten Backeigenschaften stand der Roggen über viele Jahrhunderte im Mittelpunkt der Brotherstellung der Tiroler Bergbauern. Der Weizen blieb über Jahrhunderte dem höfischen und städtischen Bereich vorbehalten. Die anderen Getreidearten (Gerste, Hafer, Mais) bzw. getreideähnliche Saaten (Buchweizen) kamen wegen ihrer schlechten Backeigenschaften für die Brotherstellung nicht in Frage, sondern wurden lediglich in geringem Ausmaß zum Roggen dazugegeben. Nur in Notzeiten hat man immer wieder versucht mit Hafer, Buchweizen und Gerste Brot zu backen..


 

 

 

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In der Gegenwart erleben wir im bäuerlichen Bereich eine Art Wiederbelebung alter Lebens- und Essgewohnheiten, allerdings mit neuen Strukturen und Ideologien im Hintergrund. Bei vielen Vollerwerbs- und Biobauern steht die Direktvermarktung im Mittelpunkt ihrer unternehmerischen Tätigkeit, und dabei spielen auch die Herstellung und der Verkauf von Brot eine mehr oder weniger große Rolle. Viele neue bäuerliche Anwesen sind ausgestattet mit schmucken Backhäusern oder Vorrichtungen, welche ein umfangreicheres Brotbacken ermöglichen.

 

 

EINFACH

  • nur ein Grundrezept für viele verschiedene Brot- und Gebäcks Sorten
  • Fachwissen in Form einer „KLEINEN ROHSTOFFKUNDE“ und den „5 GOLDENEN BACKREGELN“
  • alle Rezepte sind auf die häuslichen Möglichkeiten (Backrohr) abgestimmt

SICHER

  • mit nur 5 Regeln („DIE 5 GOLDENEN BACKREGELN“) zum sicheren Backerfolg
  • Grundrezept gilt für alle Brot-/Gebäcksorten, das schafft Routine und Sicherheit
  • Sie wissen was im Brot drin ist und welche Zutaten verwendet wurden.

GESUND

  • Sie bestimmen den ernährungsphysiologischen Wert der Zutaten
  • Sie bestimmen den Anteil von Vollkornmehlen und Bioprodukten
  • Keine Zusatz- und Konservierungsstoffe

PERSÖNLICH

  • Sie bestimmen über die Qualität (z.B. Biogetreide) der Zutaten;
  • Sie bestimmen die Geschmacksrichtung durch Zugabe von besonderen Zutaten (Gewürze, Samen, Saaten usw.)
  • Sie können, ausgehend vom Grundrezept, neue Brotrezepte kreieren

Meine Person

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Mag. Karl Eller vulgo Tiroler Eigenbrötler
Bäckerlehre, 3 Gesellenjahre, Abendschule, Matura,
Lehramtsprüfung, Studium der Geschichte und Volkskunde,
Referent und Kursleiter zu folgenden Themen:
Brotgeschichte allgemein, Brotgeschichte von Tirol, Brot und
religiöse Verehrungsrituale, Alte Tiroler Brotrezepte, Brot der
Tiroler Bergbauern, Brotbacken einfach gemacht usw.